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Das Desaster des Samsung Galaxy Note 7

Es hätte eines der erfolgreichsten Jahre für Samsung werden können, doch leider steuert alles dem Gegenteil entgegen. Schuld ist das Galaxy Note 7, das bei seiner Präsentation das wohl beste Smartphone 2016 geworden wäre. Die Hardware ist auf einem Spitzenniveau, das Display extrem scharf und der S-Pen besser denn je. Die überarbeitete Oberfläche darf auch nicht vergessen werden. Lange hielt die Freude aber nicht an, schnell wurden Fälle von explodierten Galaxy Note 7 bekannt. Zwar sind Vorfälle mit Akkus keine Seltenheit, doch diesmal schien es sich tatsächlich um ein ernstes Problem zu handeln.

Fehler in der Produktion?

Binnen kürzester Zeit wurden immer mehr Fälle bekannt, aus diesem Grund nahm sich Samsung der Sache genauer an. Schnell wurde klar, dass das Flaggschiff tatsächlich Schwierigkeiten mit der Batterie hat. Ein Problem mit der Software konnte recht zügig ausgeschlossen werden, der Fehlerteufel versteckte sich in der Hardware. Um das Ausmaß so gering wie möglich zu halten, hat der Hersteller eine Umtauschaktion gestartet. Dabei soll das Problem gelöst und alle bereits belieferten Kunden mit einem „sicheren“ Note 7 ausgestattet werden. Diese sind dann auch entsprechend gekennzeichnet (auf der Verpackung und in Form eines anderen Akku-Icons). Der Plan stand und wurde unter anderem mit einer speziellen Website umgesetzt. Dort konnte man sich registrieren und erhielt bei Verfügbarkeit das „neue“ Note 7. Selbstverständlich war auch ein Umtausch vor Ort möglich.

Das Sicherheitsrisiko war sogar so groß, dass Samsung von einer Nutzung im Alltag abriet. Außerdem wurde ein Update verteilt, welches den Akku auf maximal 60 Prozent geladen hat. Das hatte auch den Nebeneffekt, dass man zum Umtausch „gezwungen“ wurde.

Operation fehlgeschlagen

Es hätte so schön werden können, doch die Praxis hatte wohl etwas anderes mit dem erfolgreichen Unternehmen vor. Verlief der Austausch noch vergleichsweise reibungslos, ging es mit den neuen Modellen bergab. Die eigentlich „reparierten“ Geräte fingen ebenfalls Feuer und waren eine Gefahr. In den Medien wurde beispielsweise ein Fall in einem Flugzeug bekannt. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass Samsung die Situation so schnell nicht in den Griff bekommen wird. Doch was sollte man jetzt tun? Die Geräte erneut austauschen oder doch zu einem radikalen Schritt übergehen?

Galaxy Note 7 nicht mehr erhältlich

Der Konzern hat sich für die extremste Variante entschieden und sowohl die Produktion als auch den Vertrieb eingestellt. Das Smartphone wird also nicht mehr hergestellt und vollständig vom Markt genommen. Dieser Schritt ist natürlich gewagt, doch unterm Strich ist es die vernünftigste Lösung. So kann Samsung mit dem Projekt abschließen und muss sich keine Sorgen mehr über ein unsicheres Handymodell aus eigenem Hause machen. Alle bereits ausgelieferten Geräte zurückzubekommen wird allerdings auch nicht ganz einfach, schließlich ist niemand dazu verpflichtet.

Ein Hoffnungsschimmer ist die Umtauschaktion an sich, denn jeder Note-7-Besitzer kann zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Entweder man nimmt den vollständigen Kaufpreis zurück, oder das Gerät wird gegen ein anderes ausgetauscht. Im Fokus steht natürlich das Galaxy S7 Edge, welches dem Note 7 am ehesten kommt. Nur auf den S-Pen und seine Features muss man verzichten. Der entstandene Differenzbetrag wird freilich auch gutgeschrieben. Es bleibt jedem selbst überlassen, welche Lösung er nimmt und besser findet.

Samsung entschuldigt sich

Offiziell entschuldigt sich der Konzern über mehrere Wege. Facebook und die hauseigene Homepage sind nur zwei Beispiele. Das Desaster macht es zwar auch nicht rückgängig, doch besser man spielt mit offenen Karten und hintergeht seine Kunden nicht.

Experten gehen von mehreren Milliarden Euro aus, die der Konzern in dieses Schlamassel stecken muss. Freilich geht der Konzern dadurch nicht pleite, doch eine solch hohe Summe ist nicht zu verachten. Es wird auch spekuliert, dass die Produktion der Flaggschiffe S7 und S7 Edge erhöht wurde, um das Ausmaß zu dämpfen. Geht die Rechnung auf, dann wird vor allem die Nachfrage nach der Edge-Variante steigen, da es dem Note 7 am nächsten kommt. Ein neues Marketing und frische Werbung sollen den Rückschlag ebenfalls minimieren und das S7 (Edge) für den Weihnachtsverkauf optimal vorbereiten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln und welche Maßnahmen Samsung ergreift, um seine Kunden wieder zu überzeugen. Eventuell ist mit dem Galaxy S8 schon wieder das meiste vergessen. Das Smartphone wird Anfang 2017 vorgestellt und definitiv eine Rechenmaschine sein.